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Design meets Science

Prof. Dr. Jan-Henning Raff

HOCHSCHULE FÜR MEDIEN KOMMUNIKATION UND WIRTSCHAFT, BERLIN

Prof. Dr. Jan-Henning Raff | Berlin, Germany: Lehrt an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Berlin seit 2013 visuelle Kommunikation.

Er studierte Kommunikationsdesign an der Kunsthochschule Berlin Weissensee. 2004–2010 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Medienzentrum der Technischen Universität Dresden. 2011 promovierte er über „Lernende als Designer“ an der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden. Sein Forschungsinteresse gilt den Gebrauchsaspekten visueller Kommunikation, Analysemethoden visueller Kommunikation und dem Umgang mit Werbung.

Phänomenologische Analyse der Lesetätigkeit am Smartphone – am Beispiel von Instagram

Mit der Durchsetzung des Smartphones und der dazugehörigen Infrastruktur haben sich routinierte Praktiken des Medienkonsums durchgesetzt. In diesem Beitrag soll das Verfahren einer Analyse der Nutzung der Fotocommunity „Instagram“ auf dem Smartphone vorgestellt werden. Damit soll diese im öffentlichen Alltag gängige Lesetätigkeit besser verstanden werden, um sie einer möglichen Kritik zuzuführen und sie als Modell für weitere Lesarten umzugestalten. Hierzu sollen v.a. die Aspekte der Körperlichkeit der Lesesituation zusätzlich zur unmittelbaren Wahrnehmungsebene und zur Medialität zu einem Gesamtbild integriert werden. Diese Körperlichkeit wird durch Beobachtungen erschlossen und phänomenologisch gedeutet. Von der öffentlichen Nutzung aus, die wegen ihrer engen Kopplung von Kopf–Arm–Hand auffällig wird, kommt die Interaktion von Finger und Schrift-Bild-Rolle (the scroll) in den Fokus. Fraglich ist, wie ein „distanzierter Gesichtspunkt“ (McLuhan) die statischen Bilder vorbeiziehen lässt, auf welchen Stufen diese verarbeitet werden. Die Absenderkennung, die das Bild „verankert“ (Barthes), gibt einen Hinweis auf die Multimodalität dieser Bild-Text-Layouts. Die Bildinhalte sind divers, aber selbstverständlich ist, dass hier ein Absender etwas zu Zeigen hat. Es scheint daher als würden die Bilder oft nur geprüft und sowieso nicht mehrmals angeschaut. Das „Folgen“ und das „Liken“ sind die ersten Beteiligungsformen in dieser virtuellen Gemeinschaft, deren Infrastruktur im Besitz eines Unternehmens ist. Mittels automatisierten (Bild-)Inhaltsanalysen und Interviews können die Formen und Motive der Gemeinschaftsangehörigen ermittelt werden. Vorläufig ergibt eine solche Analyse ein Verständnis der augenfälligen Abwesenheit im öffentlichen Raum bei Anwesenheit in einem virtuellen Raum. Von diesen Untersuchungen ausgehend soll durch Designlösungen geprüft werden, ob die Möglichkeiten dieser Anordnung schon ausgeschöpft sind und wie diese eventuell produktiv oder subversiv nutzbar gemacht werden können.

Die Konferenz FURE „The Future of Reading“ konzentriert sich auf die Chancen und Herausforderungen des Umbruchs in der Medienwelt.